GLAUBEN LEBEN
 
Meine Zeit in Gottes Händen

Zur Grundbefindlichkeit vieler Zeitgenoss*innen gehört das Gefühl niemals in ausreichendem Maße für irgendetwas Zeit zu haben         , immer gedrängt, gehetzt und „hinterher“ zu sein.

Biblische Texte vermitteln uns einen andren Begriff von Zeit.
Während für uns Zeit oft ausschließlich ein quantitativer Begriff ist, geht es dort um die Qualität eines sehr kostbaren Guts.

Gedanken dazu macht sich Ursula Kratky

 

Wie oft sage ich: "Ich habe keine Zeit"? - Wer hat schon Zeit, wessen Kalender ist nicht vollgefüllt mit Terminen und Verpflichtungen, wer hetzt nicht von einer Aufgabe zur anderen. - Wie oft lassen wir uns vereinnahmen von Erwartungen und Pflichten, von Zwängen und Sorgen, von Angst, Hektik und Leistungsdruck ...

 

Wie oft hören wir den Satz "ich habe keine Zeit"?  - Obwohl das genau genommen gar nicht stimmt. Wir haben alle gleich viel Zeit, nämlich täglich 24 Stunden. Keine Zeit hat, eigentlich nur der, der gestorben ist.

 

Wie gehen wir mit unserer Zeit um? Welches Verhältnis haben wir zu der uns zur Verwaltung übergebenen Zeit? Erleben wir sie bewusst oder lassen wir uns leben? Schlagen wir sie tot, verplempern wir sie oder empfinden wir sie als erfüllte Zeit? Haben wir ab und zu sogar das Gefühl, die Zeit bleibe stehen? Oder fragen wir uns manchmal, wo die Zeit geblieben ist?

 

Meine Zeit in Gottes Händen

In seinen Händen ist sie aufgehoben. Da klingt eine andere Zeit an. Eine Zeit, die nicht rennt, eine Zeit, die nicht verloren geht. Zeit ist hier nicht Geld, sie muss nicht gewinnbringend genutzt und optimiert werden. "Meine Zeit steht in deinen Händen", heißt es in dem bekannten Lied, und weiter "Nun kann ich ruhig sein, ruhig sein in dir". Da muss ich nicht mehr der Zeit hinterher hetzen, sondern da darf ich mich niederlassen, da habe ich mit meiner Geschichte einen Platz, darf mich überlassen, zur Ruhe kommen, aufatmen. Gott hat Zeit für mich, und bei Gott habe ich Zeit - eine geschenkte und erfüllte Zeit. Sie darf empfangen und genossen werden.

Für mich ist eine erfüllte Zeit eine Zeit, wo sich Himmel und Erde berühren, wo ich aufgehe z.B. in der Natur oder in der Musik oder in beglückenden Begegnungen. Kurz, wo ich mit Gott und der Welt im Einklang bin, wo ich mich getragen und aufgehoben fühle. Das sind Momente, wo die Zeit stillzustehen scheint oder überhaupt aufhört zu existieren.

 

Carpe diem – nütze den Tag

Im Buch Kohelet in Vers 11 steht geschrieben: "Alles hat Gott so gemacht, dass es schön ist zu seiner Zeit", und weiter: "…und wenn ein Mensch bei all seiner Mühe isst und trinkt und Gutes genießt, ist auch das ein Geschenk Gottes". Das ist eine Aufforderung, den Augenblick zu leben und auch zu genießen. Zu erkennen, dass es in unserem Leben eine Unzahl von schönen Kleinigkeiten und guten Augenblicken gibt, für die wir dankbar sein dürfen. Unsere Probleme werden um nichts leichter, wenn wir ständig darüber grübeln und damit unseren Alltag belasten. Wenn wir den Augenblick leben und uns an den schönen Momenten so richtig freuen, macht uns das ausgeglichener und zufriedener. Und wir bekommen Abstand zu dem, was uns von der Vergangenheit her quält und in der Zukunft Sorgen macht. - Ich habe die Erfahrung gemacht und mache sie immer wieder, dass ich Geschehnisse aus der Vergangenheit, die mich sehr belasten und die ich beim besten Willen nicht selber lösen kann, in Gottes Hand legen darf. Ich selber hätte die Lösung oft gerne möglichst sofort oder zumindest bald. Doch manchmal ist es gut, die Zeit arbeiten zu lassen. Und es Gott zu überlassen, ihn bestimmen zu lassen, wann es Zeit ist, die richtige Zeit ist für eine Lösung.  Dazu braucht es Vertrauen. Und es tut gut, mir immer wieder in Erinnerung zu rufen, dass letztlich Gott Regie führt.

 Meine Zeit in Gottes Händen, das lässt mich vertrauen, dass Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft geborgen und gut aufgehoben sind in seinen Händen.

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