Viel mehr als ein Siegel

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Seit Mai ist die EFA Mitglied der FAIRTRADE-Gemeinschaft. Darüber freuen wir uns sehr! Der folgende Beitrag zeigt auf, was das FAIRTRADE-Konzept ausmacht und warum es für nachhaltigen Konsum so wichtig ist.

Fairtrade ist weit mehr als ein Siegel: Es ist eine globale Bewegung.

Ihr Fokus liegt seit fast 30 Jahren auf der Förderung des fairen Handels in globalen Lieferketten mit Produzentengruppen und lohnabhängig Beschäftigten in Ländern des globalen Südens. Aufgrund der Folgen des Kolonialismus, der bestehenden Welthandelsstrukturen und weiterer Ursachen kämpfen sie mit besonderen Benachteiligungen.

 

Fairtrade ermöglicht ihnen bessere Handelsbedingungen, sichert ihre Rechte, stärkt ihre Position und Mitwirkung im internationalen Handel, verbessert den Marktzugang und eröffnet ihnen selbstbestimmte Gestaltungsmöglichkeiten für ihre Zukunft.

Wichtigste Instrumente dabei sind der Fairtrade-Mindestpreis und die Fairtrade-Prämie:

 

Der Fairtrade-Mindestpreis soll den Bäuerinnen und Bauern finanzielle Sicherheit bei stark schwankenden Weltmarktpreisen geben und die durchschnittlichen Produktionskosten für eine nachhaltige Produktion decken. Sobald der Weltmarktpreis über dem Mindestpreis liegt, muss dieser bezahlt werden.

 

Die Fairtrade-Prämie erhalten alle Produzentenorganisationen zusätzlich zum Verkaufspreis. Über die Verwendung der Prämie entscheiden die Mitglieder der Kooperativen oder die Beschäftigten auf Plantagen in einem demokratischen Prozess selbst. Sie soll in soziale, ökologische oder ökonomische Projekte investiert werden. In der Corona-Krise darf sie auch teilweise dazu verwendet werden, das Einkommen aufzubessern.

 

Gleichberechtigte Mitbestimmung

Fairtrade hat einige weitere Besonderheiten gegenüber anderen zivilgesellschaftlichen Akteuren. Die Glaubwürdigkeit, Expertise und Authentizität der Bewegung stammen aus der Erfahrung mit der praktischen Umsetzung von Veränderungsprozessen vor Ort und in den Lieferketten der Wirtschaftspartner.

 

Eine weitere Besonderheit ist die Mitbestimmung der regionalen Produzentennetzwerke aus Afrika (Fairtrade Africa), Lateinamerika (CLAC) und Asien (NAPP) in der internationalen Fairtrade-Organisation, die mit 50-Prozent-Stimmanteil eine bedeutende Rolle bei wichtigen Entscheidungen spielen. Dies führt dazu, dass teilweise sehr unterschiedliche Sichtweisen von Nord und Süd aufeinandertreffen, die sich aber gegenseitig befruchten.

 

Mittler zwischen Produzenten und Industrie

 

Fairtrade ist also ein Mittler und soll bei Lizenznehmern und Wirtschaftspartnern der Stimme der Produzentennetzwerken Gehör zu verschaffen. Dabei geht es oft darum die Bedürfnisse des einen Partners der anderen Seite zu vermitteln.

 

Doch die Bewegung kann mehr: Über örtliche Fairtrade-Gruppen, Fairtrade Towns, Fairtrade Universitäten und Fairtrade Schools beteiligt sich die Zivilgesellschaft direkt und aktiv an der Weiterentwicklung der Bewegung.

 

Sichtbar werden all diese Bemühungen durch das Fairtrade-Siegel. Die Basis dafür liefern die Fairtrade-Standards, deren Einhaltung die Zertifizierungsorganisation Flocert überwacht und überprüft. 
So wird sichergestellt, dass die Produkte mit dem Fairtrade-Siegel unter verantwortbaren Arbeitsbedingungen produziert werden, und dass die Bauern, Arbeiterinnen und ihre Familien unter würdigen Bedingungen leben können.